Health issues

Infrarotwärme bei Hund und Katze: Warum beide Tiere sie unterschiedlich brauchen

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Infrarotwärme bei Hund und Katze: Warum beide Tiere sie unterschiedlich brauchen

Ein Hund und eine Katze im selben Wohnzimmer sitzen nicht in derselben Temperatur. Was für den Hund angenehm ist, liegt für die Katze am unteren Rand ihres Wohlfühlbereichs. Genau deshalb funktioniert dieselbe Wärmematte bei beiden Tieren völlig unterschiedlich, und genau deshalb scheitern die meisten ersten Versuche nicht an der Technik, sondern daran, dass Hund und Katze wie ein Tier behandelt werden.

Auf einen Blick

  • Katzen haben einen höheren Wärmebedarf als Hunde. Deine Wohnung ist für die Katze meist zu kühl, für den Hund oft schon warm genug.
  • Hunde nehmen Wärme dort an, wo die Familie ist. Katzen brauchen dafür Rückzug und Erhöhung.
  • Beim Hund erkennst Du zu viel Wärme am Hecheln und am Umlegen. Bei der Katze erkennst Du es kaum, weil sie eine Wärmequelle oft nicht freiwillig verlässt.
  • Gerade das macht Katzen zum vorsichtigeren Fall, nicht zum robusteren.
  • Die Größe entscheidet über die Annahme: Das Tier muss sich ausstrecken können und trotzdem daneben liegen dürfen.
  • Sieben Tage Gewöhnung statt eine große erste Sitzung. Das ist der häufigste Fehler.

Der Unterschied, der alles erklärt

In der Physiologie gibt es einen Begriff für den Temperaturbereich, in dem ein Tier weder heizen noch kühlen muss: die thermoneutrale Zone. Beim Hund wird sie meist mit etwa 20 bis 30 °C angegeben, wobei die Wohlfühltemperatur vieler Hunde eher im unteren Bereich liegt.

Bei der Katze gehen die Angaben deutlich auseinander, und das gehört ehrlich gesagt. Der US-amerikanische National Research Council nennt 30 bis 38 °C, andere Quellen setzen die Zone deutlich niedriger bei etwa 20 bis 25 °C an. Einig ist sich die Literatur bei zwei Punkten: Der Komfortbereich der Katze liegt oberhalb des Hundes, und er liegt oberhalb normaler Wohnraumtemperatur.

Praktisch heißt das: Eine Katze in einer 21 °C warmen Wohnung muss einen Teil ihrer Energie darauf verwenden, ihre Temperatur zu halten. Deshalb liegt sie auf dem Heizkörper, in der Sonne, auf dem laufenden Router und auf frischer Wäsche. Das ist kein Charakterzug. Es ist Thermoregulation.

Der Hund dagegen liegt in derselben Wohnung oft am kühlsten Fleck, den er findet. Dieselbe Matte, dieselbe Einstellung, zwei völlig verschiedene Reaktionen.

Hund Katze
Wärmebedarf Niedriger, viele Hunde bevorzugen den unteren Bereich Höher, Wohnraumtemperatur reicht meist nicht
Sinnvoller Start Niedrigste Stufe, 15 bis 20 Minuten Niedrige Stufe, aber häufiger genutzt und länger
Wo die Matte liegen sollte Dort, wo die Familie ist, mit Blick zur Tür Erhöht, ruhig, halb geschützt, mit Überblick
Signal für zu viel Hecheln, häufiges Umlegen, Aufstehen Kaum sichtbar, sie bleibt liegen
Größtes Risiko Er nimmt die Matte nicht an Sie geht nicht mehr weg

Hund

Wärmebedarf: niedriger, oft unterer Bereich

Platz: bei der Familie, Blick zur Tür

Zu viel erkennt Du an: Hecheln, Umlegen, Aufstehen

Risiko: er nimmt die Matte nicht an

Katze

Wärmebedarf: höher, Wohnraum reicht meist nicht

Platz: erhöht, ruhig, halb geschützt

Zu viel erkennt Du an: fast nichts, sie bleibt liegen

Risiko: sie geht nicht mehr weg

Hunde: das Problem ist die Annahme

Ein Hund misstraut Neuem an seinem Schlafplatz. Er hat dort einen Platz, der riecht wie er, und plötzlich liegt da etwas Fremdes. Das ist der Grund, warum viele Hunde eine Matte tagelang ignorieren, obwohl technisch alles stimmt.

Was dabei hilft:

  • Alter Platz, neue Fläche. Lege die Matte genau dorthin, wo er ohnehin liegt. Nicht an einen besseren Ort.
  • Seine Decke darüber. Der eigene Geruch nimmt mehr Widerstand als jede Belohnung.
  • Kalt anfangen. Die ersten zwei Tage ohne Wärme. Erst wenn er liegt, kommt Temperatur dazu.
  • Nichts erzwingen. Kein Hochheben, kein Draufsetzen, kein Locken mit Futter auf die Fläche. Ein Hund, der mit Futter auf einen Platz gebracht wird, verknüpft den Platz mit Aufforderung, nicht mit Ruhe.
  • Richtung beachten. Viele Hunde liegen nur dort entspannt, wo sie den Eingang im Blick haben.

Und ein Punkt, der nichts mit Wärme zu tun hat und trotzdem entscheidet: Wenn Dein Hund morgens schwerfällig aufsteht, prüfe die Höhe des Liegeplatzes. Eine Matte, die auf einem hohen Rand liegt, ist für ein Tier mit steifen Gelenken eine Hürde. Flach und bodennah wird häufiger genutzt.

Katzen: das Problem ist das Gegenteil

Katzen nehmen Wärme in der Regel schnell an. Manche legen sich innerhalb einer Stunde darauf und stehen dann kaum wieder auf. Das klingt nach dem perfekten Ergebnis und ist der Punkt, an dem Du aufmerksam werden musst.

Eine Katze sucht Wärme so beharrlich, dass sie eine Wärmequelle oft nicht von selbst verlässt. Bei einem gesunden, beweglichen Tier ist das unkritisch, es rückt zur Seite, wenn es zu viel wird. Bei einem alten, kranken oder schmerzgeplagten Tier, das sich ohnehin wenig bewegt, fällt genau dieser Selbstschutz weg.

Deshalb bei Katzen niedriger einstellen, nicht höher

Der höhere Wärmebedarf einer Katze ist kein Argument für höhere Temperaturen, sondern für längere Verfügbarkeit. Also: moderat einstellen, dafür öfter und länger anbieten. Und immer eine kühlere Fläche unmittelbar daneben, auf die sie ohne Sprung wechseln kann. Das ist bei Katzen wichtiger als bei Hunden, weil das Warnsignal fehlt.

Für die Platzwahl gilt bei Katzen fast das Gegenteil vom Hund:

  • Erhöht. Fensterbrett, Regal, Kratzbaum-Plattform. Katzen ruhen lieber oben.
  • Halb geschützt. Eine Seite geschlossen, Rücken an der Wand, nicht mitten im Raum.
  • Ruhig. Nicht im Durchgang, nicht neben dem Katzenklo, nicht neben dem Futter.
  • Erreichbar ohne Sprung, wenn die Katze älter ist. Zwischenstufen anbieten.
  • Kabel außer Reichweite. Bei Katzen ist das keine Formalität. Kauen und Kratzen gehören zum Repertoire.
Beim Hund musst Du dafür sorgen, dass er sich hinlegt. Bei der Katze musst Du dafür sorgen, dass sie auch wieder aufsteht.

Sieben Tage Gewöhnung

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Temperatur, sondern zu viel am ersten Tag. Dieser Ablauf funktioniert für beide Tierarten, mit einem Unterschied in der Dosierung.

Tag Hund Katze
1 bis 2 Matte ausgelegt, ausgeschaltet, eigene Decke darüber Matte am erhöhten Ruheplatz, ausgeschaltet
3 bis 4 Niedrigste Stufe, 15 bis 20 Minuten, Du bist dabei Niedrige Stufe, 20 bis 30 Minuten, Du bist dabei
5 bis 6 Gleiche Stufe, 30 bis 45 Minuten Gleiche Stufe, längere Ruhephasen möglich
7 Temperatur nach Reaktion anpassen, in kleinen Schritten Verfügbarkeit erhöhen statt Temperatur
Danach Fester Bestandteil des Tagesablaufs Fester Platz, aber Zeitbegrenzung bei alten Tieren

Tag 1 bis 2

Hund: Matte ausgelegt, aus, eigene Decke darüber

Katze: Matte am erhöhten Ruheplatz, aus

Tag 3 bis 4

Hund: niedrigste Stufe, 15 bis 20 Minuten, Du bist dabei

Katze: niedrige Stufe, 20 bis 30 Minuten, Du bist dabei

Tag 5 bis 6

Hund: gleiche Stufe, 30 bis 45 Minuten

Katze: gleiche Stufe, längere Ruhephasen möglich

Tag 7 und danach

Hund: Temperatur in kleinen Schritten anpassen

Katze: Verfügbarkeit erhöhen statt Temperatur, bei alten Tieren Zeit begrenzen

Welche Größe für welches Tier

Eine zu kleine Fläche wird nicht angenommen, egal wie gut die Technik ist. Die Faustregel: Das Tier muss sich vollständig ausstrecken können, und es sollte gleichzeitig die Möglichkeit haben, nur halb darauf zu liegen.

  • Katzen und Kleintiere: 50 x 50 cm reicht in der Regel gut aus und passt auf Fensterbrett, Regal oder Kratzbaum.
  • Kleine und mittlere Hunde bis etwa 15 kg: 50 x 50 cm funktioniert, wenn der Hund sich zusammengerollt hinlegt. Wer sich gern ausstreckt, braucht mehr.
  • Große Hunde: 100 x 100 cm. Ein Schäferhund auf einer halben Fläche liegt schief und steht wieder auf.
  • Mehrere Tiere: lieber eine große Fläche als zwei kleine, sofern sich die Tiere gut verstehen. Sonst zwei getrennte Plätze, sonst entsteht Konkurrenz um den warmen Ort.

Wenn Hund und Katze im gleichen Haushalt leben, plane von Anfang an getrennte Plätze. Der warme Platz ist ein Ressourcenthema, und die Katze verliert diese Auseinandersetzung meist nicht offen, sondern indem sie den Platz still aufgibt.

Alte Tiere, Welpen und Kitten

Bei älteren Tieren ist Wärme das, was am häufigsten gesucht wird, und gleichzeitig der Fall, der die meiste Vorsicht braucht. Der Flüssigkeitshaushalt ist empfindlicher, die Beweglichkeit geringer, und das Ausweichen fällt schwerer. Deshalb: niedrige Temperaturen, begrenzte Zeiten, Wasser in Reichweite, bodennaher Zugang ohne Sprung.

Bei Welpen und Kitten gilt dasselbe in verstärkter Form. Sie können sich nicht zuverlässig selbst regulieren und sich nicht immer selbst befreien. Niedrig, kurz, unter Beobachtung, nie über Nacht.

Keine Anwendung bei trächtigen Tieren. Bei Kreislaufschwäche, Venenproblemen, akuten Entzündungen, Schwellungen oder frischen Verletzungen gehört die Frage zuerst in die Tierarztpraxis, nicht auf die Matte.

Woran Du erkennst, dass es passt

Nicht daran, dass das Tier liegt. Sondern daran, wie es liegt.

Es passt, wenn: das Tier sich ausstreckt statt sich einzurollen, die Seitenlage einnimmt, den Kopf ablegt, tief atmet und beim Hereinkommen nicht sofort aufsteht. Ein Tier, das schwer wird, ist entspannt.

Es ist zu viel, wenn: der Hund hechelt, sich mehrfach umlegt, halb neben die Matte rutscht oder kühlere Flächen aufsucht. Bei der Katze ist das Zeichen subtiler: sie liegt gestreckt und flach, statt sich einzurollen, oder sie wechselt plötzlich auf Fliesen. Wenn Du unsicher bist, gehe eine Stufe herunter. Zu niedrig ist immer der bessere Fehler.

Häufige Fragen

Können Hund und Katze dieselbe Matte nutzen?

Technisch ja, praktisch selten gleichzeitig. Die Anforderungen an Platz und Höhe unterscheiden sich zu stark. Wenn beide Tiere sie nutzen sollen, plane zwei Plätze oder ein Wechselmodell mit unterschiedlicher Position.

Meine Katze liegt stundenlang darauf. Ist das ein Problem?

Bei moderater Temperatur und einem gesunden, beweglichen Tier in der Regel nicht. Bei einem alten oder kranken Tier solltest Du die Zeit begrenzen, weil der Selbstschutz durch Weggehen dort weniger zuverlässig funktioniert.

Mein Hund geht nach zwei Wochen noch nicht darauf. Aufgeben?

Nein, aber Position und Temperatur prüfen. In dieser Reihenfolge: falscher Ort, zu warm, zu früh gedrängt. Am häufigsten ist es der Ort.

Braucht ein gesundes junges Tier das überhaupt?

Brauchen ist das falsche Wort. Ein warmer, weicher, zugfreier Ruheplatz ist für jedes Tier angenehm, für manche mehr als für andere. Bei einer Katze in einer kühlen Wohnung ist der Nutzen deutlich naheliegender als bei einem Husky im Winter.

Und im Sommer?

Beim Hund meist gar nicht. Bei der Katze durchaus noch, weil ihr Komfortbereich höher liegt, dann aber auf der niedrigsten Stufe und mit reichlich kühleren Alternativen im Raum.

Eine Liegefläche für beide Tierarten, in zwei Größen

Die VITORI® PetMat gibt es in 50 x 50 cm für Katzen, kleine Hunde und Kleintiere sowie in 100 x 100 cm für große Hunde. Die Infrarotwärme ist von 20 bis 50 °C in echten Gradschritten einstellbar, mit Timer und Display, das die tatsächliche Temperatur anzeigt. Damit kannst Du für Hund und Katze unterschiedlich dosieren, statt zwischen Stufe 1 und Stufe 2 zu raten. Zusätzlich arbeitet die Matte mit einem pulsierenden Magnetfeld in drei wählbaren Frequenzen: 3 Hz, 7,83 Hz und 20 Hz.

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Quellen und weiterführende Informationen
  • Angaben zur thermoneutralen Zone des Hundes von etwa 20 bis 30 °C, mit abweichenden Literaturangaben, aus tiermedizinischen Fachbeiträgen zur Klimatoleranz von Hunden
  • Angaben zur thermoneutralen Zone der Katze: National Research Council mit 30 bis 38 °C, abweichende Angaben anderer Quellen mit etwa 20 bis 25 °C
  • Bundesamt für Strahlenschutz, Infrarotstrahlung, zu Wellenlängen, Eindringtiefen und indirekter Wärmeleitung
  • McNicholl, Howarth, Hazel (2016), Influence of the environment on body temperature of companion animals, Journal of Thermal Biology

Zuletzt aktualisiert: 09.09.2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die VITORI® PetMat ist kein Medizinprodukt und nicht zur Behandlung von Krankheiten bestimmt. Bei Beschwerden, Verletzungen, Erkrankungen oder Verhaltensänderungen Deines Tieres wende Dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Angaben zu Temperaturen und Anwendungsdauern sind Orientierungswerte und ersetzen nicht die Bedienungsanleitung des jeweiligen Produkts.